Testbericht: Ziehharmonika Anfängerkurs für das Lernen zu Hause

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Es ist halb eins nachts. Die Spätschicht auf der Kardiologie war lang, die Patientin auf Zimmer 12 hat uns den ganzen Abend auf Trab gehalten, und meine Hände riechen trotz dreimaligem Waschen immer noch ganz leicht nach diesem scharfen Flächendesinfektionsmittel der Station. In Warnemünde ist es jetzt still, nur der Wind drückt ein bisschen gegen das Küchenfenster. Ich sitze hier, der Hund schnauft im Schlaf unter meinem Stuhl, und ich ziehe 'die Kleine' aus ihrem Koffer. 45 Euro hat sie mich letzten August auf dem Trödelmarkt in Güstrow gekostet – ein zerbeulter kleiner Kasten, der zwischen einer alten Briefmarkensammlung und einem Kupferkessel aussah, als hätte er seit Jahrzehnten kein Lied mehr gehört.

Ich habe keine Ahnung von Noten. Ich bin 42, Krankenschwester, und das Einzige, was meine Finger bisher blind beherrschen, ist das Legen von Zugängen und das Tippen von Protokollen. Aber wenn ich jetzt hier sitze und das kühle, leicht klebrige Gefühl der alten Perlmuttknöpfe unter meinen Fingerkuppen spüre, während die Zimmerluft nach Desinfektion riecht, dann ist das mein Moment. Bevor ich mich für zehn Minuten vor den Fernseher setze, drücke ich lieber auf diesen Knöpfen herum. Es fühlt sich echter an.

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis absolut nichts. Ich schreibe hier nur über Dinge, die ich selbst – Woche für Woche, mit dem Kaffeebecher in der Hand – auf meiner Terrasse ausprobiert habe. Hier ist meine Offenlegung, ganz ehrlich, von mir für dich.

Warum ich Hilfe brauchte (und warum kein Lehrer kam)

In den ersten Wochen nach dem Fund in Güstrow dachte ich, ich kriege das alleine hin. Ich habe einfach gedrückt und gezogen. Aber eine Diatonische Ziehharmonika ist ein Biest. Wenn du ziehst, kommt ein anderer Ton, als wenn du drückst. Das ist wie bei einem Patienten, der bei der Aufnahme 'A' sagt und bei der Visite 'B'. Man verliert die Orientierung. Ich wollte jemanden, der es mir erklärt, aber bei meinem Schichtdienst ist eine Musikschule unmöglich. Wer gibt schon Dienstags um elf Uhr vormittags oder Mitternachts Unterricht?

Ich habe lange gesucht und bin schließlich beim Ziehharmonika Anfängerkurs von Harmonicademy gelandet. 147 EUR für 21 Lektionen – das war fast viermal so viel, wie das Instrument selbst gekostet hat. Aber ich wollte nicht mehr nur planlos quietschen. Ich wollte, dass der Hund nicht mehr den Raum verlässt, wenn ich den Balg aufziehe.

Der Kurs: 21 Lektionen gegen das Chaos

Der Kurs ist für Leute wie mich gemacht. Er ist linear. Man fängt bei Null an. Es wird erklärt, wie man das Ding überhaupt hält, ohne dass der Gurt nach zehn Minuten in die Schulter schneidet. Das ist ein bisschen wie die Routine im Krankenhaus: Wenn die Lagerung nicht stimmt, wird alles andere danach nur quälend. Die visuelle Flexibilität von Videokursen spart mir dabei unheimlich viel Zeit beim Wiederholen komplexer Griffe. Ich kann mir eine Stelle zehnmal ansehen, wie der Finger vom Melodieknopf zum nächsten rutscht, während ein gedrucktes Lehrbuch zwar eine gründlichere theoretische Fundierung bietet, mich aber am Ende eines langen Tages vor dem Bildschirm weniger ablenkt als ein Haufen Papier, den ich nicht verstehe.

Besonders die 21 Lektionen haben eine Struktur, die mir fehlte. Es geht nicht um Perfektion. Es geht darum, dass die Finger lernen, was sie tun sollen, ohne dass das Gehirn jedes Mal 'Alarm' schreit. Dieses Muskelgedächtnis kenne ich vom Blutabnehmen – irgendwann spürst du einfach, wo die Vene ist. Beim Harmonicademy Kurs ist es ähnlich: Irgendwann spürst du, wo die erste Reihe endet.

Manchmal, wenn ich wirklich müde bin, schaue ich mir auch das Abo-Modell von meineMusikschule an, das mit 29 EUR im Monat flexibler wirkt, wenn man mal einen Monat gar nicht zum Üben kommt. Aber für den Anfang brauchte ich diesen festen Weg des Einmalkaufs, um dranzubleiben.

Der Tiefpunkt im Januar

Es war nicht immer leicht. Ich erinnere mich an einen Abend im Januar. Draußen peitschte der Regen gegen die Scheiben, ich hatte eine Doppelschicht hinter mir und wollte unbedingt diesen einen Bass-Rhythmus hinkriegen. Ich saß da, die Schultern hochgezogen vor Anspannung, und habe verzweifelt versucht, den Takt zu halten. Aber ich habe ständig den Luftknopf mit dem Bass verwechselt. Es klang furchtbar. Mein Hund hat mich kurz mit schiefem Kopf angesehen und ist dann genervt ins Schlafzimmer abgedampft. Ich habe die Kleine weggepackt und fast geheult. Das ist wie mit schwierigen Patienten: Manchmal gibt man alles, und es klappt trotzdem nichts. In solchen Momenten hilft nur: Weglegen, schlafen, morgen neu anfangen.

Ich habe dann gemerkt, dass ich besonders bei der linken Hand Hilfe brauchte. Da gibt es diesen Artikel über Akkordeon Bassknöpfe lernen, der mir geholfen hat zu verstehen, dass meine Finger nicht zu dumm sind, sondern einfach nur Training brauchen.

Der Durchbruch im März

Irgendwann im März, als das Licht morgens wieder ein bisschen früher durch die Gardinen in Warnemünde kam, passierte es. Ich saß da, hatte Lektion 14 oder 15 offen, und plötzlich hielt ich eine Melodie für länger als zwei Minuten. Es war kein Konzert, es war nur ein einfaches Volkslied, aber es klang... richtig. Die Umschaltbewegung zwischen Zug und Druck, dieses Atmen des Instruments, fühlte sich plötzlich natürlich an. Nicht mehr wie Arbeit, sondern wie ein Gespräch.

Ich hatte auch kurz überlegt, auf ein moderneres Instrument umzusteigen, vielleicht das Akkordeon für Anfänger von doormaker für 477 EUR, aber dann sah ich meine 45-Euro-Kleine an und dachte: Nein, wir zwei schaffen das erst mal zusammen. Es ist egal, ob ich effizient bin oder ein Protokoll erfülle. Mit 42 tue ich zum ersten Mal etwas, das einfach nur für mich ist.

Was mir am Harmonicademy Kurs gefällt (und was nicht)

Sonntagmorgen in Warnemünde

Heute ist Sonntag. Ich sitze auf meiner kleinen Terrasse, der Kaffee ist noch heiß und die Ostseeluft riecht nach Salz. Die Nachbarin von nebenan hat neulich über den Zaun gerufen, dass es schon viel besser klingt. Am Anfang hatte sie sich mal beschwert, aber jetzt fragt sie manchmal, was das für ein Lied war. Ich habe ihr nicht gesagt, dass es Lektion 8 aus meinem Kurs war.

Wenn du auch so ein altes Schätzchen im Regal hast oder dir überlegst, spät im Leben noch mal was ganz Neues zu wagen: Tu es. Es muss nicht perfekt sein. Es muss sich nur gut anfühlen, wenn man nach der Schicht die Augen zumacht und die Töne noch im Kopf hat. Falls du einen Plan suchst, schau dir den Anfängerkurs von Harmonicademy an. Er ist jeden Cent der 147 Euro wert, weil er dir die Sicherheit gibt, die man braucht, wenn man bei Null anfängt.

Ich werde jetzt noch ein bisschen üben. Der Hund schläft schon wieder unter meinem Stuhl. Das ist für mich das beste Zeichen, dass die Töne heute friedlich sind.

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